Koaxkabel-Fensterdurchführung

RG174-Kabel zur Fensterdurchführung

Wenn man in einem Haus zur Miete wohnt, ist es manchmal schwierig, Antennen für das Hobby zu installieren. Eigentümer können eigentümlich sein, wenn es darum geht, Löcher in Wände oder Fenster zu bohren und Antennenkabel nach außen zu führen. Dann sind Kompromisse gefragt.

Zur kabelgebundenen Leistungsübertragung wünscht sich der Funkamateur möglichst wenig Verluste, also ein dämpfungsarmes Kabel. Das ist in der Regel dick und bringt damit mechanische Herausforderungen mit sich, die besagten Löcher in Wand und Fensterrahmen.

Die Industrie hat sich des Themas angenommen und bietet zahlreiche Lösungen, um Kabel durch das geschlossene Fenster, also den dünnen Spalt zwischen Rahmen und Flügel, zu führen. Die sind unterschiedlich leistungsfähig und teuer, wie immer.

Weil ich damit noch keine eigenen Erfahrungen gesammelt habe, stellte ich eine Frage an das Contester-Orakel, die Mailingliste des Bavarian Contest Clubs. Die überwiegende Mehrzahl der Antworten hat mich bewogen, von einer Kauflösung abzusehen und selber den Lötkolben bzw. in diesem Fall die Crimpzange zu schwingen.

RG174-Kabel zur Fensterdurchführung
RG174-Kabel zur Fensterdurchführung

Aus noch vorhandenem RG-174 und dazu passenden N-Crimp-Steckern habe ich ein kurzes, nur 30 cm langes Kabelstück gefertigt, das sich in den Fensterrahmen quetschen lässt. Davor und dahinter verwende ich leistungsfähigeres RG-213. Solange das Fenster nicht ständig geöffnet und geschlossen wird, wird das Kabel nur gering beansprucht. Das ist dann in Summe ein ausreichend guter Kompromiss, um mit geringer Leistung Hochfrequenz auf die Antenne zu bringen – minimalinvasiv.

Damit bin ich seit heute zumindest auf UKW wieder betriebsbereit. Für die Kurzwelle suche ich noch nach einer Lösung.

Autor: kai

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