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Bedürfnis nach Kleidung

Das Bedürfnis nach Kleidung ist so alt wie die Menschheit selbst. Höhlenmalereien und andere Artefakte der Steinzeit zeugen davon, daß schon damals die Menschen Kleidung als Schutz vor Umwelteinflüssen  benutzten. Selbst in der Bibel wird erzählt, daß Adam und Eva Feigenblätter verwendeten, um ihre Scham zu bedecken. Sicherlich ist dies eine der frühesten erwähnten Nutzungen  von nachwachsenden Rohstoffen  zur Kleidungsherstellung.

Das Bedürfnis nach Kleidung gehört somit zu den grundlegenden, elementaren Bedürfnissen. Deren Befriedigung ist Voraussetzung der menschlichen Existenz. Der MASLOWschen Theorie zufolge ist das Bedürfnis nach Kleidung in der Hierarchie den physiologischen Bedürfnissen zuzuordnen, genauso wichtig wie die Triebe zur eigentlichen Lebenserhaltung,  also Luft  zum Atmen, Lebensmittel  und Wasser zur Ernährung. Der grundsätzliche Produktnutzen  von Bekleidung wird damit von niemandem in Frage gestellt. Über den rein funktionalen Nutzen des Produktes hinweg wird zudem oftmals der Ausdruck von Individualität und Image, der mit Kleidung zu erzielen ist, in den Vordergrund gestellt. Sie erfüllt daher eine wichtige psychologische und gesellschaftliche Funktion: Mittels Kleidung kann sich ihr Träger von anderen Individuen abheben und seine Einmaligkeit unterstreichen. Andererseits wird die identische Kleidung von mehreren Menschen deren Gruppengefühl stärken (Gruppenkonformität) und nach außen hin demonstrieren .

Zu einem gewissen Teil kann die Befriedigung des Bedürfnisses ,,sich kleiden zu wollen`` die Befriedigung anderer, höherwertiger Bedürfnisse ersetzen bzw. ergänzen. Da Kleidung temperaturisolierend wirkt, kann sie das Bedürfnis nach Wärme  und Geborgenheit rudimentär befriedigen. Kleidung aus besonders weichen, kuscheligen und taktil-sensitiven Materialien  vermag ebenfalls ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln und damit das Bedürfnis nach körperlicher Nähe bedingt zu befriedigen.

Einen besonders wichtigen Aspekt im Bedürfnisfeld Kleidung stellt der Konsumhedonismus dar. Durch den Kauf von Produkten wird eine Befriedigung von physiologischen Bedürfnissen, Sicherheits- und Liebesbedürfnissen (im MASLOWschen Sinne) erlangt, die über den Bedarf an dem rein funktionalen Produktnutzen hinaus geht. Gerade das Produkt Kleidung ist dafür bekannt, Objekt eines Kaufrausches sein zu können.

Damit ist Kleidung also ein Paradebeispiel für Produkte, die die nicht erlangte Befriedigung höherwertiger Bedürfnisse zu kompensieren vermögen.  




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Kai Altenfelder
Sat Jul 11 00:38:57 MET DST 1998
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