Das eben erzeugte Verzeichnis kann mit dem schon vorgestellten Befehl rmdir gelöscht werden, wenn es keine weiteren Dateien mehr enthält. Soll das Verzeichnis (samt seinem eventuellen) Inhalt umbenannt werden, geschieht dies mit dem Befehl mv (move).
$ mv test texte
$ ls -l
drwxr-xr-x 2 arthur earth 1024 Oct 29 13:45 texte
Der mv-Befehl bewegt Verzeichnisse und Dateien nur innerhalb der Festplatte um, auf der sich das momentane Arbeitsverzeichnis befindet. Deren Grenze ist wegen der homogenen Erscheinung des Filesystemes für die Anwenderin in der Regel nicht zu erkennen. Allerdings wird der normale Benutzer selten vor diesem Problem stehen, da er sich in den meisten Fällen nicht aus seinem Homeverzeichnis heraus bewegen wird.
Sollen Dateien dupliziert werden, wendet man den Befehl cp an, die Syntax dafür lautet:
$ cp datei1 datei2
Damit wird die Datei datei1 auf die Datei datei2 kopiert. Existierte schon eine Datei datei2, wird diese überschrieben.
$ cp datei Verzeichnis
kopiert die Datei datei in das Verzeichnis Verzeichnis, der relative Pfad zur neuen Datei lautet dann ~/Verzeichnis/datei.
Wenn man ein Verzeichnis samt Inhalt umbewegen möchte und dies mit mv wegen der o. g. Beschränkung nicht funktioniert, bietet die Option
$ cp -r Verzeichnis1 Verzeichnis2
doch noch eine Möglichkeit dazu. Dieser Befehl kopiert das Verzeichnis Verzeichnis1 in das Verzeichnis Verzeichnis2 hinein. Die Struktur eventueller Unterverzeichnisse von Verzeichnis1 bleibt dabei vollständig erhalten.
Um Dateien zu löschen, wird das Kommando rm datei abgesetzt. rm kennt verschiedene Optionen:
$ rm -f datei
löscht die Datei datei ohne Nachfrage (engl. force). Dies ist die Standardeinstellung.
$ rm -i datei
rm: remove `datei'?
$ y
löscht die Datei datei erst nach Bestätigung (interactive).
$ rm -fr Verzeichnis
löscht rekursiv das Verzeichnis Verzeichnis inklusive aller darin enthaltenen Dateien und Unterverzeichnisse.
Das Kommando rm ist mit Vorsicht zu genießen! Wie oben erwähnt, ist seine Standardeinstellung, den Befehl ohne Nachfrage (rm -f) auszuführen. Wenn dies erst einmal geschehen ist, sind die Dateien unwiderruflich verschwunden! Im Gegensatz zu DOS gibt es unter Unix kein undelete, welches die (versehentlich) gelöschten Dateien zurückholt. Man sollte sich daher vor dem Absetzen eines rm vergewissern, ob die Datei wirklich gelöscht werden darf. Im Zweifelsfall sollte rm immer mit der Option -i (interaktiv) aufgerufen werden.
Die (Bourne Again) Shell bietet der vorsichtigen Benutzerin allerdings Möglichkeiten, dem rm-Kommando seine Schärfe zu nehmen (s. Kap. 6.2.4).